Pressemitteilung
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28. Januar 2026
Zalando-Schließung: Alles daransetzen, Jobs in Erfurt zu sichern
Die SPD-Fraktion im Thüringer Landtag unterstützt die heutige Aktuelle Stunde im Erfurter Stadtrat zur angekündigten Schließung des Zalando-Logistikzentrums. Die Entscheidung trifft mehr als 2.700 Beschäftigte direkt – und damit Familien, regionale Dienstleister und die gesamte Wirtschaftsregion.
„Die Schließung ist nicht hinnehmbar. Ein erfolgreicher Standort wird ohne Perspektive für die Menschen vor Ort abgewickelt – das dürfen wir nicht einfach zur Kenntnis nehmen“, sagt Moritz Kalthoff, arbeitsmarktpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Thüringer Landtag. „Jetzt muss gelten: Alles möglich machen, um Alternativen zur Komplettschließung zu prüfen und so viele Arbeitsplätze wie möglich zu halten.“
Kalthoff begrüßt, dass der Stadtrat den Oberbürgermeister beauftragen will, gemeinsam mit Land sowie Bundes- und Landesbehörden auf Zalando einzuwirken, damit Alternativen ernsthaft auf den Tisch kommen. Dazu zählen u.a. Fortführung des Betriebs, Transfergesellschaft, Qualifizierungsprogramme und interne Versetzungen – jeweils mit klarer sozialer Absicherung. „Die Beschäftigten brauchen jetzt Verlässlichkeit: einen Sozialplan, der über Mindeststandards hinausgeht, und ein Qualifizierungsangebot, das echte Anschlusschancen eröffnet.“
Zugleich verweist Kalthoff darauf, dass Stadt und Partner bereits erste Unterstützungsstrukturen aufgebaut haben: Direkt nach Bekanntgabe der Schließungsentscheidung hat der Oberbürgermeister am 09.01.2026 eine Krisensitzung mit Zalando, Landesministerien, Arbeitsagentur, LEG und Stadtverwaltung einberufen. Die Agentur für Arbeit hat ein Krisenteam eingerichtet und bietet seit dem 19.01.2026 Beratung direkt im Unternehmen an – schichtgerecht zwischen 6 und 22 Uhr; zudem ist eine Jobbörse für das erste Quartal geplant.
„Das ist richtig und wichtig – reicht aber nicht, wenn Zalando bei der Stilllegung bleibt“, so Kalthoff. „Wir brauchen zusätzlichen Rückenwind vom Bund: Qualifizierung und Transfer dürfen nicht zulasten anderer Arbeitsuchender finanziert werden. Und wir müssen Beschäftigte mit befristeten Aufenthaltstiteln besonders im Blick behalten, damit niemand durch den Jobverlust auch noch seinen Status verliert.“
Hintergrund: Der Stadtrat Erfurt berät heute eine Vorlage zur Solidarität mit den Beschäftigten sowie zu Alternativen, Unterstützungsmaßnahmen, Transparenz über öffentliche Leistungen und einem fortlaufenden Berichtspunkt im Wirtschaftsausschuss.
Sprecher für Wirtschaft und Arbeit, Umwelt, Energie, Naturschutz, Forsten, Landwirtschaft und Ländlichen Raum

