Pressemitteilung
»
18. Juni 2026
Wer Therapieberufe sichern will, muss bei der Ausbildung anfangen

Die Zukunft der Therapieberufe kommt auf die Tagesordnung des Ausschusses für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie. Auf Antrag der Koalitionsfraktionen von CDU, BSW und SPD soll die Landesregierung umfassend zur Ausbildungssituation in Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie berichten. Im Mittelpunkt steht nicht die Frage einzelner Zuschüsse, sondern wie diese Berufe ausgebildet und für junge Menschen attraktiv gemacht werden.
„Wer die Versorgung mit Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie sichern will, muss bei der Ausbildung anfangen“, sagt die gesundheitspolitische Sprecherin Dr. Cornelia Urban. „Einzelne Fortbildungen zu bezuschussen, greift zu kurz. Entscheidend sind eine gute und faire Ausbildung, verlässliche Strukturen und eine klare Perspektive bei der Akademisierung. Mit der Bestandsaufnahme im Ausschuss schaffen wir die Grundlage, um genau hier anzusetzen.“
Damit erfüllen die Regierungsfraktionen einen Auftrag aus dem Koalitionsvertrag. Dort ist die Fachkräfteoffensive für die Sozial- und Gesundheitsberufe festgeschrieben. Die Koalition fördert die kostenfreie schulische und akademische Ausbildung in diesen Bereichen und will die praxisintegrierte, vergütete Ausbildung ausbauen. Therapeutische Berufe sind ein tragender Teil einer wohnortnahen Versorgung. Sie begleiten die Rehabilitation, fördern Selbständigkeit und entlasten Ärztinnen, Kliniken und Pflege.
Dass die Bedeutung der Therapieberufe inzwischen breite Aufmerksamkeit findet, ist richtig. Andere Vorstöße beschränken sich dabei auf die Förderung einzelner Weiterbildungen. Das eigentliche Problem entsteht jedoch früher. Ohne genügend gut ausgebildete Fachkräfte hilft auch die beste Weiterbildungsförderung nicht weiter.
Die Bestandsaufnahme im Ausschuss soll konkrete Handlungsbedarfe bei Ausbildung, Finanzierung und Qualität sichtbar machen, um soziale Gesundheitsversorgung für Thüringen konkret zu verbessern.
Hintergrund:
Mit der Vorlage 8/1833 vom 11. Juni 2026 haben die Fraktionen von CDU, BSW und SPD beantragt, dass sich der Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie mit der Ausbildungssituation in der Logopädie sowie der Physio- und Ergotherapie befasst. Die Landesregierung soll dazu umfassend berichten, unter anderem zu Ausbildungsplätzen und Abbruchquoten, zur Ausbildungsvergütung und zum Schulgeld, zur Qualität an Berufsfachschulen und Hochschulen sowie zur weiteren Akademisierung der Berufe.
Vizepräsidentin des Thüringer Landtags
Sprecherin für Soziales, Gesundheit, Familie und Sport
