Pressemitteilung
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4. Februar 2026
Urban: Schluss mit der Misstrauensdebatte – Gesundheit schützen, Ursachen angehen, Praxen entlasten
Zur Aktuellen Stunde im Thüringer Landtag „Beschäftigte stärken statt pauschal zu kritisieren: Ursachen steigender Krankheitstage in Thüringen in den Blick nehmen“, erklärt Dr. Cornelia Urban, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Thüringen:
„Wer über Krankheitstage spricht, muss über Ursachen sprechen, nicht über angebliche Arbeitsmoral. Pauschale Verdächtigungen vergiften das Betriebsklima und lösen kein einziges Problem. Unser Maßstab ist klar: Menschen sollen gesund arbeiten können und dafür braucht es gute Arbeitsbedingungen und eine Versorgung, die erreichbar ist.“
Ursachen statt Sündenbock
Urban kritisiert, dass die Debatte häufig bei Unterstellungen gegenüber Beschäftigten lande. „Krankheit ist kein Lifestyle-Entscheid. In Thüringen sehen wir besonders in belastenden Branchen, Pflege, Handel, Industrie, Logistik, wie Arbeitsverdichtung, Schichtsysteme, Personalmangel und psychischer Druck krank machen. Wer das ignoriert, kuriert Symptome und verschärft die Ursachen.“
Präsenz trotz Krankheit ist das unterschätzte Problem
„Viele arbeiten krank aus Pflichtgefühl oder aus Angst. Das ist keine Tugend, sondern ein Risiko: für die eigene Gesundheit und für Kolleginnen und Kollegen. Wer Beschäftigten leichtfertige Krankmeldungen unterstellt, übersieht diese Realität und schadet dem Infektionsschutz.“
Telefonische AU ist pragmatisch und entlastet Praxen
Urban verteidigt die telefonische Krankschreibung als sinnvolles Instrument: „Nicht jedes Schnupfenvirus muss ins Wartezimmer. Die telefonische AU hält Infektionen raus, entlastet Praxen und sorgt dafür, dass Ärztinnen und Ärzte mehr Zeit für die wirklich schweren Fälle haben.“ Sie verweist darauf, dass die telefonische AU klar begrenzt ist und bei längeren Verläufen ohnehin eine komplette reguläre ärztliche Abklärung erfolgt.
Prävention statt Moralpredigten
Urban fordert einen politischen Schwerpunkt auf betrieblicher Prävention, besonders in kleinen und mittleren Unternehmen: „Ergonomische Arbeitsplätze, vernünftige Schichtpläne, weniger Dauerüberlastung, echtes betriebliches Gesundheitsmanagement und Mitbestimmung sind keine Extras, sondern wirksame Gesundheitspolitik. Gute Arbeit ist der beste Gesundheitsschutz und ein Standortfaktor für Thüringen.“
Vizepräsidentin des Thüringer Landtags
Sprecherin für Soziales, Gesundheit, Familie und Sport

