Pressemitteilung

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6. Februar 2026

Urban: K.-o.-Tropfen sind eine Waffe – Prävention stärken, Täter verfolgen, Fälle endlich erfassen

Zur heutigen Beratung im Thüringer Landtag zu Straftaten unter Einsatz von K.-o.-Tropfen erklärt Dr. Cornelia Urban, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Thüringen

„K.-o.-Tropfen sind ein besonders heimtückisches Tatmittel. Betroffene werden gezielt in eine hilflose Lage versetzt – häufig mit körperlichen und psychischen Folgen. Gut ist: Das Thema bekommt gerade Aufmerksamkeit. Noch wichtiger ist: Der Landtag handelt, weil wir realen Handlungsbedarf sehen.“ 

Erste Hinweise auf das Ausmaß des Problems liefern auch Zwischenergebnisse einer nicht-repräsentativen Onlinebefragung der TU Chemnitz zu Erfahrungen mit K.-o.-Tropfen. „Auch wenn diese Ergebnisse nicht wissenschaftlich repräsentativ sind, zeigen sie deutlich, dass viele Menschen entsprechende Erfahrungen gemacht haben. Das dürfen wir nicht ignorieren“, so Urban. 

Prävention dorthin bringen, wo das Risiko entsteht 

Urban betont, dass Prävention in Thüringen sichtbarer und wirksamer werden muss – besonders bei Jugendlichen und im Nachtleben: „Wir brauchen mehr Aufklärung über Täterstrategien, Wirkweisen, Schutzmöglichkeiten und richtiges Verhalten im Verdachtsfall – niedrigschwellig, verständlich, landesweit.“ Der Antrag sieht u. a. vor, Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse altersgerecht zu informieren und Kooperationen von Schulen, Bildungsträgern und Veranstaltern zu stärken. 

Mehr Handlungssicherheit für Profis: Schulen, Rettung, Kliniken, Polizei

 Ein zentrales Problem: K.-o.-Substanzen sind oft nur kurz nachweisbar – das erschwert Einordnung und Strafverfolgung. „Gerade deshalb müssen Lehrkräfte, Polizei, Notfallrettung und Kliniken besser sensibilisiert werden, damit Verdachtsfälle schneller erkannt, medizinisch abgeklärt und Spuren gesichert werden können.“ 

Ohne Statistik keine wirksame Strategie 

Urban unterstützt ausdrücklich, dass Thüringen eine statistische Erfassung von Straftaten unter Einfluss von K.-o.-Tropfen in der polizeilichen Kriminalstatistik auf den Weg bringen soll – in Kooperation mit dem Landeskriminalamt Thüringen. „Wir brauchen endlich belastbare Daten: Wo passiert was, in welchen Kontexten, mit welchen Stoffen? Nur dann können wir Prävention gezielt ausbauen und Wirkung überprüfen.“ 

Auch die aktuelle Initiative der Bundesjustizministerin sei zu begrüßen, so Urban. Diese sieht eine Erhöhung des Mindeststrafmaßes für die Nutzung von K.-o.-Tropfen bei Raub und Sexualverbrechen vor. 

„Unser Ziel ist klar: weniger Taten, mehr Schutz, bessere Strafverfolgung – und ein Umfeld, in dem Betroffene ernst genommen und schnell unterstützt werden“, so Urban.

Vizepräsidentin des Thüringer Landtags

Sprecherin für Soziales, Gesundheit, Familie und Sport