Pressemitteilung

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9. März 2026

Gleichstellung braucht verlässliche Hilfen und eine gerechtere Verteilung von Sorgearbeit

Beim gleichstellungspolitischen Frühstück von Dr. Cornelia Urban stand heute im Mittelpunkt, wo Frauen in Thüringen im Alltag noch immer auf strukturelle Hürden stoßen, beim Schutz vor Gewalt, in der ungleichen Verteilung von Sorgearbeit und in der Frage, wie Gleichstellung gesellschaftlich breiter verankert werden kann. 

Dr. Cornelia Urban, gleichstellungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Thüringer Landtag, erklärt: „Gleichstellung entscheidet sich nicht in Sonntagsreden, sondern ganz konkret im Alltag von Frauen. Dort, wo Schutz fehlt, wo Belastungen einseitig verteilt sind und wo Verantwortung noch immer zu oft bei Frauen abgeladen wird, besteht politischer Handlungsbedarf.“ 

Ein zentrales Thema des Austauschs war der Zugang zu Hilfs- und Unterstützungsangeboten für Betroffene von Gewalt. Nach Ansicht der Teilnehmenden müssen Informationen zu Notrufen und zur Spurensicherung niedrigschwellig, breit gestreut und barrierefrei zugänglich sein. 

Urban betont: „Wer von Gewalt betroffen ist, muss schnell und unbürokratisch Hilfe finden können. Dazu gehören erreichbare Notrufstrukturen ebenso wie verständliche und barrierefreie Informationen über bestehende Unterstützungsangebote.“ 

Breiten Raum nahm zudem die nach wie vor ungleiche Verteilung von Care-Arbeit ein. Gerade angesichts des demografischen Wandels seien viele Frauen erheblichen Mehrfachbelastungen ausgesetzt, zwischen Beruf, Familie, Pflege und Haushalt. Gleichstellungspolitik müsse diese Realität stärker in den Blick nehmen und zugleich Männer ausdrücklich als Unterstützer und Mitverantwortliche ansprechen. 

„Wir brauchen eine Gleichstellungspolitik, die Frauen entlastet und Männer stärker in Verantwortung nimmt“, so Urban. „Sorgearbeit, Familienarbeit und gesellschaftlicher Zusammenhalt sind keine Frauenthemen, sondern Gemeinschaftsaufgaben.“ 

Die SPD-Fraktion werde die Anregungen aus dem Austausch in ihre weitere parlamentarische Arbeit einbeziehen.

Vizepräsidentin des Thüringer Landtags

Sprecherin für Soziales, Gesundheit, Familie und Sport