Pressemitteilung
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Liebscher: „Der Wohnort darf nicht über Mobilität entscheiden”

SPD-Fraktion setzt auf automatisiertes Fahren für den ländlichen Raum – Modellregion ThAIM soll Pilotprojekte in den Alltag bringen
Mobilität gehört zur Daseinsvorsorge, auch dort, wo kein Bus im Halbstundentakt fährt. Mit diesem Anspruch hat die SPD-Fraktion heute im Landtag für den Antrag der Koalitionsfraktionen zum automatisierten und vernetzten Fahren geworben (Drucksache 8/4467). Kern des Antrags ist die Thüringer Modellregion ThAIM. Dort sollen automatisierte Fahrzeuge von Anfang an in den bestehenden Nahverkehr eingebunden werden.
„Ob der Arbeitsplatz erreichbar ist oder der Arztbesuch ohne eigenes Auto klappt, darf nicht vom Wohnort abhängen. Automatisierte Fahrzeuge können genau dort neue Verbindungen schaffen, wo klassischer Linienverkehr an seine Grenzen kommt - etwa als Bus auf Abruf oder als Zubringer zum nächsten Bahnhof”, sagt Lutz Liebscher, infrastrukturpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion.
Modellprojekte sind in Thüringen bereits erprobt. In Ilmenau sind automatisierte Kleinbusse bereits im Linienbetrieb zwischen Bahnhof und Universitätscampus gefahren. An der TU Ilmenau und an der Bauhaus-Universität Weimar gibt es viel Erfahrung über Planung, Daten und Genehmigungsverfahren. Der Antrag sieht vor, die Beschaffung landesweit zu koordinieren. So sollen gerade kleinere Aufgabenträger leichter einsteigen können. Der Bund fördert bereits seit September die Beschaffung autonomer Fahrzeuge, Modellregionen werden dabei besonders berücksichtigt.
Gleichzeitig wächst der Druck beim Personal. Bundesweit fehlen nach Angaben des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen schon heute rund 20.000 Busfahrerinnen und Busfahrer.
„Der Bus der Zukunft fährt vielleicht ohne Lenkrad, aber nicht ohne Menschen. Auch automatisierte Flotten brauchen qualifizierte Beschäftigte für Aufsicht und sicheren Betrieb. Neue Aufgaben und Qualifizierung denken wir von Anfang an mit. Technischer Fortschritt muss auch für die Beschäftigten ein Fortschritt sein", so Liebscher.
Ziel ist es, dass Lösungen für den späteren Regelbetrieb in Thüringen entwickelt werden und die Wertschöpfung damit im Land bleibt. Das Forschungsprojekt „Autonomes Fahren für ländliche Mobilität in Thüringen” ist im Koalitionsvertrag verankert.
