Pressemitteilung

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26. Februar 2026

Equal Pay Day: Teilzeit ist weiblich – und wird noch zu oft zum Nachteil 

Dr. Cornelia Urban: „Wer Lohnlücken schließen will, muss Vereinbarkeit verbessern, Teilzeitfalle entschärfen und gute Arbeit fair bezahlen.“ 

Am 27. Februar 2026 ist Equal Pay Day. Er macht sichtbar: Frauen verdienen im Schnitt weiterhin weniger als Männer – auch in Thüringen. Lohngerechtigkeit scheitert dabei nicht an „Einzelfällen“, sondern an Strukturen: an Teilzeitmustern, ungleicher Sorgearbeit und an Berufen, die gesellschaftlich unverzichtbar sind, aber finanziell unterbewertet werden. 

Dazu erklärt Dr. Cornelia Urban, gleichstellungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Thüringer Landtag

„Equal Pay heißt nicht nur: gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Es heißt auch: gleiche Chancen auf gute Arbeitszeitmodelle, Aufstieg und existenzsichernde Einkommen. Gerade in Thüringen sehen wir, wie stark Teilzeit und Sorgearbeit die Erwerbsbiografien vieler Frauen prägen – und damit auch den Lohnzettel.“ 

Aktuelle Zahlen des Thüringer Landesamtes für Statistik zeigen, wie deutlich die Schieflage ist: Knapp 80 Prozent der Teilzeiterwerbstätigen waren 2024 Frauen. Gleichzeitig geben Frauen häufiger als Männer an, aus eigenem Wunsch in Teilzeit zu arbeiten – und Kinderbetreuung ist für mehr als jede fünfte teilzeitbeschäftigte Frau der Hauptgrund. Das unterstreiche, so Urban, dass Vereinbarkeit weiterhin ungleich verteilt ist. 

„Viele Frauen wählen Teilzeit, aber oft nicht, weil sie ‘weniger arbeiten wollen’, sondern weil Betreuungszeiten, Schichtmodelle oder fehlende Entlastung keine andere realistische Option lassen. Und zu oft bedeutet Teilzeit: weniger Stundenlohn-Perspektive, weniger Aufstieg, weniger Rente. Das ist die Teilzeitfalle und die müssen wir politisch aufbrechen.“ 

Urban fordert deshalb: verlässliche Kinderbetreuung, mehr Arbeitszeitmodelle, die zum Leben passen, eine Stärkung von Tarifbindung und Mitbestimmung sowie Entgelttransparenz, damit Benachteiligung überhaupt sichtbar wird und beendet werden kann. 

„Lohngerechtigkeit entsteht nicht durch Appelle, sondern durch Regeln und Rahmenbedingungen. Gute Arbeit in Pflege, Bildung, Handel und Dienstleistungen muss besser bezahlt werden – und wir brauchen Strukturen, die Familienarbeit fairer verteilen helfen. Dann wird Equal Pay auch in Thüringen Realität.“

 

Vizepräsidentin des Thüringer Landtags

Sprecherin für Soziales, Gesundheit, Familie und Sport