Pressemitteilung
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28. Februar 2026
Debatte um Zuckersteuer: Mehrheit will wirksame Prävention – Thüringen braucht weniger Zucker und mehr Gesundheitschancen

Eine aktuelle Umfrage, über die das Deutsche Ärzteblatt berichtet, zeigt eine überwiegend positive Bewertung einer Abgabe auf stark zuckerhaltige Getränke. Für die SPD-Fraktion im Thüringer Landtag ist das ein deutliches Signal: Prävention und Gesundheitsschutz haben Rückhalt – und die Politik sollte ihn nutzen.
Dazu erklärt Dr. Cornelia Urban, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Thüringer Landtag:
„Die letzten Tage haben in der öffentlichen Debatte vor allem zwei Pole sichtbar gemacht: Auf der einen Seite steht das Argument, eine Zuckerabgabe sei Bevormundung oder eine zusätzliche Belastung. Auf der anderen Seite steht die medizinische und verbraucherschutzpolitische Realität: Wir haben ein massives Präventionsproblem, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, und wir wissen, dass eine kluge Abgabe Anreize setzen kann – vor allem dann, wenn sie Hersteller zur Zuckerreduktion bewegt.“
Urban verweist darauf, dass sich die Diskussion zuletzt auch politisch zugespitzt hat: Auf dem CDU-Bundesparteitag wurde ein Vorstoß für eine gestaffelte Softdrink-Steuer abgelehnt, während Ärzt:innen- und Verbraucherorganisationen diese als wirksamen Präventionshebel befürworten. „Das zeigt: Es geht nicht um Symbolpolitik, sondern um die Frage, ob wir Gesundheitsschutz ernst nehmen oder uns auf ‘Eigenverantwortung’ zurückziehen. Gerade im Alltag von Familien ist es aber naiv zu glauben, dass Appelle allein gegen aggressive Vermarktung und ein automatisches Überangebot an Zuckerprodukten ausreichen“, so Urban.
Für Thüringen sei das Thema besonders relevant, weil Prävention und die Vermeidung chronischer Erkrankungen hier eine zentrale gesundheitspolitische Aufgabe seien. „Wenn wir Erkrankungen verhindern, bevor sie entstehen, schützen wir die Menschen in unserem Land, verbessern ihre Lebensqualität und entlasten sogar langfristig unser Gesundheitswesen“, betont Urban.
Urban spricht sich dafür aus, die Debatte pragmatisch zu führen: „Eine Zuckerabgabe für die großen Lebensmittelkonzerne muss fair und wirksam gestaltet sein. Ein gestuftes Modell kann dazu führen, dass die Hersteller Rezepturen verbessern, statt die Verbraucher pauschal zu belasten. Und wenn eine Abgabe kommt, dann muss klar sein, wofür: für Vorsorge, Ernährungsbildung und gesündere Rahmenbedingungen, damit Kinder und Jugendliche gesünder aufwachsen können und wir alle länger gesund bleiben.“
Vizepräsidentin des Thüringer Landtags
Sprecherin für Soziales, Gesundheit, Familie und Sport
