Pressemitteilung
»
26. März 2026
Angriff auf Spiegel-TV-Team in Fretterode: Marx fordert konsequente Strafverfolgung und klares Signal des Rechtsstaats

Zur erneuten Attacke auf ein Journalistenteam im nordthüringischen Fretterode erklärt Dorothea Marx, innenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Thüringer Landtag:
„Was sich am 25. März in Fretterode ereignet hat, ist ein direkter Angriff auf die Pressefreiheit und damit auf eine der tragenden Säulen unserer Demokratie. Journalistinnen und Journalisten müssen überall in Thüringen sicher ihrer Arbeit nachgehen können – auch und gerade dort, wo sie unbequeme Wahrheiten aufdecken. Das ist nicht verhandelbar.
Besonders erschütternd ist, dass dies kein Einzelfall ist. Bereits vor acht Jahren wurden Kollegen am selben Ort von Rechtsextremisten angegriffen. Das damalige Verfahren war von Ermittlungspannen geprägt, das Ersturteil bundesweit als zu milde kritisiert worden – zu Recht, wie der Bundesgerichtshof bestätigte. Wer hoffte, dass der laufende Neuauflageprozess seit Dezember 2025 ein klares Signal setzt, muss nun feststellen: Das Ersturteil hat offenbar eine fatale Botschaft ausgesandt. Die Täter von heute fühlen sich offenbar ermutigt, nicht abgeschreckt.
Der Rechtsstaat muss jetzt beweisen, dass er wehrhafte Demokratie nicht nur auf dem Papier kennt. Ich erwarte von den Strafverfolgungsbehörden eine lückenlose und zügige Aufklärung dieses Vorfalls. Die bereits erfolgten Festnahmen sind ein erster wichtiger Schritt – aber nur ein erster. Auf schnelle Ermittlungen müssen diesmal auch konsequente Anklage und ein Urteil folgen, das seiner Signalwirkung gerecht wird.
Ich schließe mich dem DJV Thüringen ausdrücklich an: Wer Journalistinnen und Journalisten angreift, bekämpft die freie Gesellschaft. Das darf dieser Rechtsstaat nicht dulden. Die Koalition steht in der Pflicht, Pressefreiheit aktiv zu verteidigen – mit den Mitteln des Strafrechts, aber auch durch eine konsequente politische Ächtung rechtsextremer Strukturen, die sich in Fretterode offenkundig über Jahre festgesetzt haben."
Hintergrund:
Ein Kamerateam des Nachrichtenmagazins Spiegel TV wurde am 25. März 2026 bei Dreharbeiten in Fretterode (Eichsfeld) angegriffen und verletzt. Zwei Tatverdächtige wurden von der Polizei ermittelt und festgenommen. Bereits 2017 waren Journalisten am selben Ort von Rechtsextremisten attackiert worden. Der daraus resultierende Strafprozess wurde nach einem vom BGH aufgehobenen milden Ersturteil im Dezember 2025 neu aufgerollt.
Stellvertretende Fraktionsvorsitzende
Sprecherin für Inneres und Justiz, Migration und Verbraucherschutz
