Die Suche nach Fach- insbesondere Nachwuchskräften zählt weiter zu den größten Herausforderungen auf dem Thüringer Arbeitsmarkt. Das geht aus einer Umfrage zur Berufsausbildung des Verbandes der Wirtschaft Thüringens hervor. So seien zu Beginn des neuen Lehrjahres noch mehr als 4000 Ausbildungsstellen unbesetzt.

 

„Wir sind mitten im Kampf um die Köpfe, denn die Konkurrenz zwischen den Bundesländern ist riesig. Dass es einen zunehmenden Bedarf an Fachkräften gibt, zeichnet sich schon seit vielen Jahren ab. Wenn wir uns nicht bemühen, jungen Thüringerinnen und Thüringer hier eine gute Lebens- und Arbeitsperspektive zu geben, dann werden sie unser Land verlassen“, sagt die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Diana Lehmann zum Ergebnis der Umfrage.

 

Dabei sei die Entwicklung aus Sicht der jungen Menschen gleichzeitig positiv zu sehen, denn sie haben inzwischen bei der Wahl eines Ausbildungsberufes ein breites Spektrum an Möglichkeiten, das es so früher nicht gegeben habe, so Lehmann.

 

„Wenn wir Fachkräfte sichern wollen, dann brauchen wir an erster Stelle attraktive Ausbildungsbedingungen. Das heißt gute Arbeit, gerechte Löhne – schon in der Ausbildung – hier sind in erster Linie die Arbeitgeber selbst gefragt, die Tarifbindung und Mitbestimmungsmöglichkeiten zu verbessern.“

 

Und auch das Land arbeitet an der Verbesserung der Ausbildungsbedingungen. Mit dem Azubi-Ticket – wenn auch noch in abgespeckter Form – wird den Azubis in Thüringen eine kostengünstige Beförderung vom Wohn- zum Ausbildungsort bzw. zur Berufsschule zur Verfügung gestellt. „Wir wollen das natürlich für alle Azubis in ganz Thüringen umsetzen, das muss Ziel des Infrastrukturministeriums bleiben“, so Lehmann.

 

Hintergrund:
Ergebnis der Umfrage war zudem, dass nahezu die Hälfte (45,9 Prozent) der befragten Firmen der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände angaben, dass sie aktuell Probleme haben, geeignete Fachkräfte zu finden. Die größten Engpässe mit 83,3 Prozent verzeichnen die Firmen bei Facharbeitern in gewerblich-technischen Berufen.

 

 

Stefanie Gerressen
Pressesprecherin