„Das aktuelle ‚Ländermonitoring Frühkindliche Bildung‘ zeigt: Wir müssen bei der Personalausstattung im Kita-Bereich weiter nachbessern“, erklärt Dr. Thomas Hartung, der bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion. „Der Freistaat belegt beim Betreuungsschlüssel der Kindergartengruppen im Bundesländervergleich nach wie vor Platz 14, das ist ein deutliches Signal an die Thüringer Bildungspolitik.“ Der Sozialdemokrat bezieht sich auf den heute veröffentlichten Bundesländervergleich der Bertelsmann-Stiftung. Demnach hat der Freistaat im Jahr 2017 mit einem durchschnittlichen Personalschlüssel von 1:11,6 bei der Altersgruppe der 3- bis 6-jährigen Kita-Kinder erneut am drittschlechtesten abgeschnitten. Nur Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern liegen beim aktuellen Ländermonitoring noch hinter Thüringen.

 

„Das Ländermonitoring bildet zwar die im aktuellen Kitagesetz festgeschriebene verbesserte Personalausstattung in der Altersgruppe der 3- bis 4-jährigen Kindergartenkinder noch nicht ab“, erläutert Dr. Hartung, „aber auch bei Berücksichtigung des neuen Personalschlüssels dürfte Thüringen bei der Kita-Betreuungsqualität nach wie vor deutlich unter dem Bundesdurchschnitt liegen.“ Die SPD-Fraktion will deshalb mit dem Landeshaushalt 2020 die Weichen für eine weitere Verbesserung der Kita-Betreuung stellen. „Wir wollen, dass Kindertagesstätten, die in einem sozial schwierigen Umfeld liegen oder die über viele Kinder mit besonderen Förderbedarfen verfügen, künftig ganz gezielt zusätzliche Erzieherinnen- und Erzieherstellen bekommen“, sagt der Bildungspolitiker. „So können vor Ort multiprofessionelle Teams gebildet werden, die passgenaue Betreuungs- und Förderangebote realisieren.“ Die SPD setze sich daher in der Koalition für einen mehrjährigen Modellversuch ein, an dem sich bis zu 100 Kindertagesstätten beteiligen könnten. Nach Fraktionsberechnungen müssten dafür etwa 7 Millionen Euro jährlich zur Verfügung gestellt werden.

 

Stefanie Gerressen
Pressesprecherin