Becker: Schwarzbuch Gips legt Finger in die Wunde

6 Dez 2018

Anlässlich der heutigen Präsentation des Schwarzbuchs Gips: „Raubbau in der Südharzer Gipskarstlandschaft Thüringens“ durch den BUND Thüringen erklärt Dagmar Becker, die umwelt- und naturschutzpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Thüringer Landtag:

 

„Mein ganzes politisches Leben lang setze ich mich dafür ein, dass die weltweit einmalige Gipskarstlandschaft im Südharz nicht zerstört wird. Wie das Schwarzbuch Gips zeigt, gibt es hier noch immer eine Menge zu tun. Gemeinsam mit den Akteuren vor Ort kämpfen wir gefühlt wie Don Quichotte gegen Windmühlen. Das Schwarzbuch des BUND Thüringen legt den Finger auf die Wunde und führt allen, die es wissen wollen, den unglaublichen Raubbau vor Augen, den die Gipsindustrie für ihre Profite auch im 21. Jahrhundert noch immer betreibt.

 

Es gibt zwei wichtige Argumente, die gegen den Gipsabbau im Südharz sprechen: Zum einen gibt es genügend andere Vorräte, auf die die Gipsindustrie zugreifen könnte, zum anderen bestehen Alternativen wie den REA-Gips. Der Raubbau an der einmaligen Gipskarstlandschaft im Südharz ist vermeidbar. Es wird Zeit, dass die Alternativen in den Fokus rücken. Außerdem steht die Gipsindustrie in der Pflicht, ihre eigenen Produkte besser und stärker zu recyceln.“

 

Hintergrund REA-Gips:
REA-Gips wird aus Abgasen von Rauchgasentschwefelungsanlagen (REA) gewonnen. Dabei reagiert das in den Abgasen enthaltene Schwefeldioxid mit zusätzlich beigemengtem Kalkstein zu Gips. Bei modernen REAs ist der Gips von so hoher Qualität und Reinheit und so gering mit Schadstoffen belastet, dass er bis auf wenige Spezialanwendungen Naturgips größtenteils oder vollständig ersetzen kann.
In den Industrienationen fällt REA-Gips heute teilweise in Mengen an, die über der Nachfrage liegen, so dass Überschüsse trotz guter Qualität als Abfall deponiert werden müssen.

 

Stefanie Gerressen
Pressesprecherin

Dagmar Becker

Dagmar Becker

Parlamentarische Geschäftsführerin | Sprecherin für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz

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