Scheerschmidt fordert 30 Millionen Euro für Schutz vor Waldbränden – Waldwildnis gehört auf den Prüfstand

6 Aug 2019

Als „aus brand- und katastrophenschutzpolitischer Sicht unvollständig“ bezeichnet Claudia Scheerschmidt, kommunalpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion den durch Umweltministerin Anja Siegesmund vorgelegten 10-Punkte Aktionsplan für einen gesunden und resilienten Wald in Thüringen angesichts der Klimakrise.

„In dem Maßnahmenpaket wird zwar zu Beginn auf die Waldbrandgefahr hingewiesen, es enthält aber keine einzige Maßnahme zur Stärkung des Brand- und Katastrophenschutzes. Dabei sind es die überwiegend freiwilligen Mitglieder der Thüringer Feuerwehren, die bei einem Waldbrand, die unmittelbaren Folgen der Klimakrise bekämpfen müssen.“

„Die Waldbrandgefahr wird in den nächsten Jahren weiter steigen, egal welche zweifelsohne wichtigen klimapolitischen Maßnahmen wir ergreifen. Der Thüringer Feuerwehrverband hat in seinen Forderungen an den neuen Landtag mit Recht darauf hingewiesen, dass die Marktpreise für Feuerwehrtechnik wegen der hohen Nachfrage kontinuierlich steigen. Deshalb sollten mindestens 30 Mio. Euro des von der Umweltministerin vorgeschlagenen Klimafonds dazu genutzt werden, um die Fördermittel für Investitionen in Feuerwehrgeräte und -gebäude zu verstärken und die Kommunen als Träger des Brand- und Katastrophenschutzes zu unterstützen“, fordert die SPD-Abgeordnete.

Auch das Thema Waldwildnis gehört aus Sicht von Claudia Scheerschmidt nochmals auf den Prüfstand:

„Ein abgebrannter Urwald bindet kein CO2 mehr. Ich frage mich, wer die entstehenden ‚Urwälder‘ bei einem Waldbrand löschen soll? Nicht bewirtschaftete Wälder sind durch das viele Totholz besonders anfällig für Waldbrände, extrem unwegsam und stellen die Einsatzkräfte der Feuerwehren vor unkalkulierbare und unvorhersehbare Gefahrensituationen. Welcher Verantwortliche soll guten Gewissens seine Feuerwehrleute dort zum Einsatz bringen? Der Zeitpunkt, um in Thüringen mehr Urwälder entstehen zu lassen, ist gerade vor diesem Hintergrund mehr als ungünstig“, so Claudia Scheerschmidt abschließend.

Claudia Scheerschmidt

Claudia Scheerschmidt

Sprecherin für Tourismus und Kommunales

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