Seit heute werden Hunde nicht mehr nach ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Rasse, sondern nach ihrem Verhalten als gefährlich eingestuft. Das novellierte Thüringer Gesetz zum Schutz der Bevölkerung vor Tiergefahren ist in Kraft.

Dazu die sozialpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Birgit Pelke: „Endlich hat das Engagement all jener, die sich seit Jahren für die Abschaffung der Rasselsite eingesetzt haben, Erfolg gebracht. Ich freue mich sehr, dass die durch die Rasseliste entstandene Verallgemeinerung zur Gefährlichkeit eines Hundes nun endlich keine Rolle mehr spielt. Stattdessen wird künftig ein Wesenstest in Kombination mit einem Sachkenntnis-Nachweis des Halters bzw. der Halterin für ein Urteil über den Umgang mit einem gefährlichen Hund entscheiden.“

Fällt ein Hund durch eine Beißattacke auf, wird künftig mit einem Wesenstest das sozialverträgliche Verhalten des Tieres überprüft. Zudem muss auch der Halter/die Halterin mit einer Prüfung nachweisen, dass er/sie die nötige Sachkunde besitzt, einen Hund zu führen. Sollte der Hundebesitzer durch die Art der Haltung eine Gefährlichkeit des Hundes begünstigen, so können Thüringer Behörden auch präventiv Sachkundeprüfungen anordnen, wenn Anhaltspunkte vorliegen.

R2G hat damit die im Koalitionsvertrag festgeschriebene Überprüfung der Rasseliste vorgenommen und eine Entscheidung zugunsten der Tiere und Halter getroffen. Der ursprüngliche Zweck des Gesetzes – die Bevölkerung vor den möglicherweise durch die Hunde ausgehenden Gefahren zu schützen – hat sich bei den Sachverständigenanhörungen zur Gesetzesnovelle als nicht erfüllt erwiesen. Mit den durch die Koalitionsfraktionen vorgenommenen Änderungen wird der Präventionscharakter des Gesetzes gestärkt und der Schutz der Bevölkerung vor tatsächlich gefährlichen Hunden, unabhängig von der Rasse, verbessert.

 

Stefanie Gerressen
Pressesprecherin