„Gehörlose Menschen haben in ihrem täglichen Leben einen erhöhten finanziellen Bedarf gegenüber hörenden Menschen. Zum Beispiel, durch die Notwendigkeit von Geräten mit Lichtsignalen im Haushalt – beispielsweise Rauch- und Feuermelder oder auch die Notwendigkeit, Gebärdendolmetscher bei Behördengängen zu beauftragen“, erläutert Birgit Pelke, behindertenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion.

Es sei deshalb an der Zeit, diese Menschen durch ein Gehörlosengeld zu unterstützen. Dieses Gehörlosengeld soll künftig 100 Euro monatlich betragen und rückwirkend ab dem 1. Juli 2017 gezahlt werden. Etwa 1900 gehörlose Menschen leben im Freistaat.

„Der entsprechende Gesetzentwurf sollte möglichst zügig im Parlament diskutiert und beschlossen werden, um den Betroffenen und deren Interessenverbänden schnellstmögliche Klarheit zu bieten“, fordert Pelke.

Die Koalition hatte gehofft, dass sich im Bundesteilhabegesetz eine Regelung für einen Nachteilsausgleich für Gehörlose finden würde und hatte auch immer wieder an die Bundesebene appelliert. Da das Bundesteilhabegesetz jedoch leider keinen Nachteilsausgleich für Gehörlose vorsehe, wolle die rot-rot-grüne Koalition in Thüringen nun diese Leistung selbst auf den Weg bringen. Man freue sich, dass Finanzministerin Heike Taubert, die notwendigen Mittel in den Landeshaushalt einstellen wolle.

„Durch die Gesetzesänderung werden künftig alle Blinden, Sehbehinderten, Gehörlosen und taubblinden Menschen in Thüringen einen finanziellen Nachteilsausgleich erhalten. Dies ist hoffentlich ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer Vereinfachung des Lebensalltags der Menschen mit Sinnesbehinderungen“, so Pelke.

Stefanie Gerressen
Stellvertretende Pressesprecherin

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