„Der aktuelle Bildungstrend des Instituts für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen, kurz IQB, zeichnet für Thüringen ein differenziertes Bild“, erklärt Birgit Pelke, die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion. „Es gibt Bereiche, in denen unsere Grundschulen im Bundesvergleich sehr gut abschneiden, gleichzeitig aber auch deutlichen Verbesserungsbedarf in anderen Bereichen.“

Positiv hervorzuheben ist aus ihrer Sicht vor allem, dass es in den Grundschulen seit Jahren gelinge, soziale Herkunft der Schülerinnen und Schüler und individuelles Leistungsvermögen zu entkoppeln. „Der IQB-Bildungstrend bestätigt die Ergebnisse aller einschlägigen Schulleistungsvergleiche der letzten 15 Jahre: Die Thüringer Grundschulen verstehen es in besonderem Maße, mit sozialer Heterogenität umzugehen und allen Kindern Bildungschancen zu eröffnen“, sagt Pelke. Ebenfalls positiv wertet die Sozialdemokratin die Tatsache, dass im Freistaat laut IQB-Studie nur geringe Unterschiede zwischen der Leistungsfähigkeit der getesteten Grundschulen bestehen. „Egal ob eine Grundschule in Thüringen in der Stadt oder im ländlichen Raum liegt, es wird überall eine gleich gute Schulbildung vermittelt“, betont die stellvertretende Fraktionsvorsitzende. „Das zeigt, welch gute Arbeit unsere Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer im ganzen Land leisten.“

Pelke, die auch Mitglied des Bildungsausschusses im Thüringer Landtag ist, will aber auch die negativen Resultate des IQB-Bildungstrends nicht verschweigen. „Es ist natürlich ärgerlich, dass unsere Viertklässlerinnen und Viertklässler im Vergleich zur letzten IQB-Studie in Deutsch und Mathematik deutliche Kompetenzverluste zu verzeichnen haben und in Orthographie unter dem Bundesdurchschnitt liegen“, erklärt die Abgeordnete. „Gemeinsam mit dem Bildungsministerium werden sich die Koalitionsfraktionen diese Ergebnisse in den kommenden Wochen ganz genau anschauen und über die nötigen Verbesserungsschnitte diskutieren.“

Aus Sicht der Sozialdemokratin muss die Regierungskoalition dabei zwei weitere Detailergebnisse des IQB-Bildungstrends besonders in den Blick nehmen: „Zum einen sind in Thüringen die geschlechtsbezogenen Unterschiede in den in Deutsch und Mathematik erreichten Leistungsniveaus im Bundesvergleich viel zu hoch“, sagt Pelke. „Vereinfacht gesagt sind Thüringer Mädchen in Deutsch gut und in Mathematik schlecht, bei den Jungen ist es genau umgekehrt.“ Zum anderen schnitten Viertklässlerinnen und Viertklässler mit Migrationshintergrund in der IQB-Studie teilweise erheblich schlechter ab als ihre Mitschülerinnen und Mitschüler ohne Migrationshintergrund. Anderen Bundesländern wie Bayern gelinge es wesentlich besser als dem Freistaat, geschlechtsbezogene Unterschiede abzubauen und Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund auf ein höheres Kompetenzniveau zu bringen. Davon müsse Thüringen stärker als bisher lernen.

Stefanie Gerressen
Stellvertretende Pressesprecherin