Mindestvergütung für Azubis hilft nicht nur Azubis – Wert von Arbeit muss sich in Entlohnung widerspiegeln

15 Mai 2019

Für Auszubildende soll künftig ein Mindestlohn gelten. Darauf hat sich das Kabinett  im Bund heute geeinigt. Dazu sagt die arbeitsmarkt- und jugendpolitische Sprecherin Diana Lehmann:

 

„Gut ausgebildete Fachkräfte sind das Rückgrat unserer Wirtschaft. Darum muss schon während der Ausbildung deutlich werden: Das, was Du tust, hat seinen Wert.  Die Auszubildenden tragen durch ihre Arbeit zur betrieblichen Wertschöpfung bei und damit zum wirtschaftlichen und sozialen Erfolg Deutschlands. Das muss auch ihre Vergütung widerspiegeln.“

 

Schon jetzt sind alle Betriebe verpflichtet, ihren Auszubildenden „eine angemessene Ausbildungsvergütung“ zu zahlen. Dennoch ist das in manchen Berufen und Regionen noch sehr wenig. „In Thüringen weist die Tarifbindung noch immer große Lücken auf, wie im Sozialbereich. Das hat auch Auswirkungen auf die Mindestausbildungsvergütung (MAV). Tarifgebundene Ausbildungsbetriebe müssen sich nicht an die MAV halten, wenn diese darunter liegt. Hier muss im Gesetzgebungsverfahren noch nachgebessert werden“, so Diana Lehmann.

 

Die Ausbildungsvergütung regelt sich weiter nach Tarifvertrag, der zwischen Sozialpartnern ausgehandelt wird. Die MAV sichert künftig aber eine untere Grenze. Nur tarifgebundene Ausbildungsbetriebe können ihren Auszubildenden die für sie geltenden tariflichen Ausbildungsvergütungen zahlen, wenn diese noch unter den gesetzlich festgeschriebenen Sätzen liegen. Sie sollten bis zum Jahr 2024 an die Sätze der gesetzlichen Mindestausbildungsvergütung herangeführt werden. Maßgeblich ist die tarifliche Ausbildungsvergütung.

 

Folgende Einigung geht jetzt auf den Weg:

 

  1. Ausbildungsjahr
  1. Ausbildungsjahr
  1. Ausbildungsjahr

2020

515 Euro

Ca. 608 Euro (+18%)

Ca. 695 Euro (+35%)

2021

550 Euro

649 Euro (+18%)

Ca. 743 Euro (+35%)

2022

585 Euro

Ca. 690 Euro (+18%)

Ca. 790 Euro (+35%)

2023

620 Euro

Ca. 732 Euro (+18%)

837 Euro (+35%)

 

Stefanie Maria Gerressen
Pressesprecherin

Diana Lehmann

Diana Lehmann

Sprecherin für Kinder, Jugend, Strategien gegen Rechtsextremismus, Arbeit und Gleichstellung

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