Mein FSJ in Zeiten von Corona

11 Mai 2020

Das Corona Virus hat die Welt erfasst. Alles steht still. Die Verbreitung einzuschränken ist die Direktive. Kontakte vermeiden, bei Möglichkeit zu Hause bleiben: All das ist nun Alltag. Arbeit, wie wir sie normalerweise kennen, ist kaum noch vorstellbar: im Büro, Verkauf oder eben dort, wo sich die Menschen begegnen. Es herrscht eine neue Realität, die bis vor ein paar Monaten noch völlig surreal erschien. Homeoffice ist angesagt, vom Frühstückstisch mit ein paar Schritten in den Arbeitsalltag. Vermeintlicher Luxus, wären da nicht das ruckelnde Internet oder die gelangweilten Kinder im Hintergrund, die die Videokonferenz, das Ritual der Zeit, Tag für Tag zur Herausforderung machen.

So wie viele Berufstätige erleben auch wir Freiwilligen momentan eine schwierige Situation. Ein großer Teil wurde ins Homeoffice geschickt, soweit es die Tätigkeiten hergeben. Es mag zwar ganz entspannt klingen, Kinder sind in der Position auch eher eine Seltenheit, jedoch ist dies keineswegs eine Bereicherung, viel mehr schränkt es die üblichen Aufgabenfelder ein. Einsatzstellen haben oft nicht die Zeit, sich auf die Freiwilligen zu konzentrieren, die meisten müssen ihre Freiwilligen mit Recherchen und Aufarbeitungsarbeiten vertrösten, solange es der Bereich der Einsatzstelle zulässt. Ein Freiwilligendienstleistender im Theater wird sich eher langweilen, als eine Recherche durchzuführen. Nicht das, was wir uns zu Beginn unseres Freiwilligendienstes erhofft hatten. Es geht uns wie vielen.

Noch im Februar hing das Land Thüringen in einer gewaltigen Regierungskrise, die zukünftige Arbeit des Landtags war unklar. Doch nach und nach wurden bestehende Probleme gelöst, das lang erwartete Licht am Ende des Tunnels kam mit der Zeit in Sichtweite. Und letztendlich: wir hatten eine neue arbeitsfähige Landesregierung, eine Planung, auch des weiteren Verlaufs meines Freiwilligendienstes war endlich möglich. Jetzt ist vieles auf Eis gelegt, während man darüber diskutiert, welche Arbeitsbereiche wieder in den Normalzustand versetzt werden können.

Doch nicht nur meine Arbeit in der Einsatzstelle, welche ich seit mehr als einem Monat von zu Hause aus bewältige, auch unsere bereits geplanten Bildungsseminare sowie Bildungstage mussten abgesagt werden, ein regelmäßiger Austausch via Videokonferenz mit anderen Freiwilligen und bei mir mit der Freiwilligenvertretung ist blühende Realität.

Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Den Spaß am FSJ kann uns so schnell kein Virus nehmen, einige können sich vermutlich sogar freuen: endlich auch einmal Zeit, um über die Zukunft, ein mögliches Studium oder eine Ausbildung zu philosophieren. Wann und ob ich bis zum 31. August, dem Ende des Freiwilligen Sozialen Jahres, nur noch im Homeoffice sitzen werde, ist unklar. Doch ich bin guter Dinge, auch in diesem wahnsinnig politischen Jahr den Landtag noch einmal betreten zu können.

 

Franz Ellenberger

Franz Ellenberger

FSJ-Politik

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