Lutz Liebscher: Komplettpaket statt Scheindebatte für unseren Wald

31 Jan 2020

​Es ist noch nicht lang her, dass die Göttinger Forscherin Bettina Kietz vor der Gefahr katastrophaler Waldbrände in Deutschland, so zum Beispiel im Harz gewarnt hat. Eine Einschätzung, die auch auf Thüringen zutrifft. Hinzu kommt, dass wegen der milden Temperaturen schon jetzt damit gerechnet werden kann, dass die Borkenkäferplage im kommenden Sommer ein neues Ausmaß annimmt.

 

„Und alles, was FDP und CDU beim Thüringer Waldgesetz änderungsbedürftig scheint, ist ein einziger Satz zu Windenergieanlagen. Das wird unserem Wald in der aktuellen Situation nicht gerecht“, so der umweltpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Thüringer Landtag, Lutz Liebscher.

 

In einem entsprechenden Antrag fordern FDP und CDU eine Ergänzung um den Satz „Eine Änderung der Nutzungsart zur Errichtung von Windenergieanlagen ist nicht zulässig“.

 

„Abgesehen davon, dass eine so minimale Änderung dem Schutz unseres Waldes nicht sonderlich dient, ist es auch ein fragwürdiges Signal an die Wirtschaft“, so Liebscher weiter. Denn durch die Einschnitte im Bereich der Windenergie würde nach der Solarbranche auch eine weitere Zukunftsbranche – in der seit 2017 in Deutschland 36.000 Arbeitsplätze weggefallen sind – beerdigt werden. „Unsere Wirtschaft von morgen braucht saubere Energie, die wir selber in Thüringen herstellen können – egal ob aus Sonne, Wind oder Biomasse. Ein plumpes Nein gefährdet gerade kleine und mittelständische Unternehmen“, so der Umweltpolitiker.

 

Aus Sicht des Sozialdemokraten handle es sich bei den Diskussionen um Windenergie ohnehin um ideologische Scheindebatten, denn in den vergangenen zwei Jahren seien gerade einmal zwei Windräder in Thüringer Wäldern errichtet worden. Außerdem hat das Kabinett mit dem „Aktionsplan Wald 2030“ beschlossen, dass Windkraft im Wald nur auf Kalamitätsflächen in Frage kommt.

 

„Ich appelliere an die beiden Antragsteller, gemeinsam mit uns tatsächlich etwas für unseren Wald zu tun und gemeinsam darüber nachzudenken, was wir tun müssen, um Waldbränden vorzubeugen und welche Regelungen wir unter anderem beim Waldumbau anpassen müssen. Kurzum: Wir wollen ein Komplettpaket schnüren“, so Liebscher.

 

Bianca Mirsch
Stellvertretende Pressesprecherin

Lutz Liebscher

Lutz Liebscher

Wahlkreis Jena II

Stellvertretender Fraktionsvorsitzender

Sprecher für Infrastruktur (Verkehr, Bau, Wohnen, Landesplanung), Klima, Umwelt und Naturschutz, Energie, Forst, Landwirtschaft, Wissenschaft und Forschung

Zuständig für:

  • Jena
  • Hildburghausen
  • Gera

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