Krisenmanagement für den Thüringer Wald: langfristiges Wiederaufforstungsprogramm gefordert

von 31 Jul 20192019, Dagmar Becker0 Kommentare

Zum Vorschlag des Ministerpräsidenten über ein Sonderkabinett sowie den dramatischen Zuständen, der Wälder Thüringens äußert sich die forstpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Dagmar Becker:

„Ich halte es für unabdingbar, dass das Thema Wald zur Chefsache erklärt und der Waldrettung oberste Priorität eingeräumt wird. Die Landesregierung hat bereits Sofortmaßnahmen eingeleitet, eine Debatte dazu – und über die aktuellen Maßnahmen der Landesregierung – hat der Thüringer Landtag in der letzten Landtagssitzung vor der Sommerpause geführt – und unter anderem sofort vier Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung gestellt. Während die Landesregierung bereits ein Prozedere vereinbart hat, wie weitere Mittel aufgebracht werden können, arbeiten  die Försterinnen und Förster bereits über ihre Belastungsgrenze hinaus. Von Untätigkeit kann deshalb hier keine Rede sein!“

Becker weist darauf hin, dass Geld allein wird nicht reichen wird und Personal ebenfalls nicht auf Knopfdruck vorhanden. Deshalb fordert die forstpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion zusätzlich zu Sofortmaßnahmen ein langfristig angelegtes Wiederaufforstungsprogramm:

„Das Programm sollte mindestens ein Volumen von 500 Millionen Euro Euro innerhalb der nächsten zehn Jahre ab 2021 haben, von denen auch die Kommunal- und die Privatwaldbesitzer profitieren. Bei solchen Summen ist selbstverständlich auch der Bund gefragt, denn das kann ein Bundesland allein nicht stemmen. Meines Erachtens handelt es sich hier mittlerweile um ein Problem nationalen Ausmaßes. Priorität haben Aufforstungen für einen gesunden, widerstandsfähigen Mischwald, der sich auch an veränderte klimatische Bedingungen anpassen kann. “

Als unflätig bezeichnet Becker die Kritik des CDU-Kollegen Malsch: „Die CDU war es, die den ThüringenForst 2011/2012 unbedingt aus der Landesverwaltung ausgliedern wollte und dies auch durchgesetzt hat. Wir konnten damals die Gründung einer privatrechtlichen Kapitalgesellschaft verhindern – und haben durchgesetzt, dass der ThüringenForst eine öffentliche Anstalt wird. Die jetzige Landesregierung nun für schleppendes Krisenmanagement zu kritisieren ist an Scheinheiligkeit nicht zu übertreffen, denn die jetzige Organisationsform bedingt eben nur noch einen mittelbaren Einfluss bzw. Zugriff von Landesregierung und Thüringer Landtag.“

Dagmar Becker

Dagmar Becker

Sprecherin für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz

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