Kontakt in den Westen – Das zweite Bildungsseminar

6 Feb 2020

Das neue Jahr begann mit unserem ersten gemeinsamen Seminar mit den niedersächsischen Freiwilligen für Politik. Die Planung dazu startete bereits im Herbst, kurz nach unserem Kennlernseminar. Denn dieses Mal bekamen wir die Möglichkeit, dieses selber inhaltlich sowie teilweise organisatorisch zu gestalten. Nach teils sehr schwieriger Kommunikation, die durch ganz Niedersachsen zerstreuten FSJ’ler*innen wohnten nicht gleich um die Ecke, einigten wir uns einen gemeinsamen Plan.

Am 27. Januar 2020 war es dann auch so weit. Unsere Thüringer Seminargruppe, bestehend aus 8 Personen des FSJ-Politik, machten sich auf den Weg nach Bad Sachsa – Ein Ort an der thüringisch-niedersächsischen Grenze, in dem man nicht weiß, ob es noch abgelegener geht. Aufgrund der Abgeschiedenheit des Bildungshauses, gelegen in einem Ortsteil Bad Sachsas, gestaltete sich die Anfahrt als besonders schwierig, die letzten Meter legten wir mit einem Schulbus zurück, der uns glücklicherweise mitnahm. Im Seminarhaus, einem umgebauten Bauernhof, angekommen, hieß es erst einmal Zeit zum Kennenlernen. Durch verschiedene Methoden auf teils spielerischer Art unterhielten sich die circa 40 Seminarteilnehmer*innen über ihr FSJ, persönliches oder Politik.

Nach einem gemeinsamen Abendessen, was im Übrigen wie auch das Frühstück von uns selber organisiert wurde, war eine ruhige Abendgestaltung angesagt, die entweder in gemütlicher Gesprächs- und Spielerunde oder eben in Form von Schlaf ausfiel. Die folgenden 3 Tage verbrachten wir nun mit unserem inhaltlichen Teil, welcher unter der Überschrift „in Bewegung“ den Schwerpunkt fand. Vier parallel laufende Workshops standen zur Auswahl. Die Upcycling-Gruppe setzte sich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinander und baute aus alten Computerzubehör und Stoffresten neue, womöglich sogar nützliche Objekte. Im Performance-Workshop dagegen lernten die Teilnehmenden ihren Körper zu steuern und mit gutem Ausdruck Theater zu spielen. Personen, die sich noch näher mit Politik auseinandersetzen wollten, konnten sich im Rahmen eines Planspiels frei entfalten und die Arbeit eines Abgeordneten im Europäischen Parlament erfahren.

Für mich ging es schließlich zum vierten Workshop: Fotografie. In Anleitung eines Fotografen lernten wir die grundlegenden Funktionen einer Kamera kennen und wie ein gutes Foto aufgebaut ist. Natürlich wurde uns außerdem die Möglichkeit gegeben eigene Fotos zu schießen. Zum einen helle und dunkle Bilder (also fröhlich und Traurig), um zu versuchen, eine gewisse Stimmung durch die Veränderung von Mimik, Umgebung und Bildeinstellung hervorzurufen. Zum anderen bekamen wir die Aufgabe, im Rahmen eines Miniprojekts, uns ein eigenes Thema zu suchen, um dazu eine Fotoreihe zu fotografieren. Dort entschied ich mich zusammen mit 2 anderen Freiwilligen für das Thema ländlicher Raum mit besonderem Augenmerk auf das Dorf Tettenborn. Unter dem Titel „Tettenborn: verlassene Provinz oder aufblühende Heimat“ versuchten wir darzustellen, was das Dorf ausmacht und wie die Bevölkerung eingestimmt ist, um den Betrachter anzuregen, darüber nachzudenken, ob es tatsächlich so verloren und gealtert ist, wie es viele vom allgemeinen ländlichen Raum behaupten oder ob der Zuzug in die Dörfer doch eine viel größere Rolle spielen könnte.

Am Ende des dritten Workshop Tages, dem letzten gemeinsamen Abend, stellten Freiwillige in Form eines recht erfrischenden, selbstkreierten Theaterstücks die Ankunft einer älteren Dame in ihrem spanischen Heimatdorf nach vielen Jahren im Ausland dar. Mit den typischen Themenfeldern Politik, Gesellschaftskritik und Alkohol im Mittelpunkt konnten die Darsteller*innen alle von dieser tollen zukünftigen Tradition begeistern und stellten zudem nebenbei die Projekte der Workshop Gruppen vor.  Nach einer kürzeren Nacht sowie einer zügigen Putzaktion des gesamten Hofes, werteten wir gemeinsam unser Seminar aus und starteten bereits mit der Planung des in der Zukunft liegenden, um nun endgültig das Kommunikationsproblem zwischen der nun fest zusammengewachsenen Gruppe zu beseitigen. Und letztendlich, nach einem schnellen Gruppenfoto, war es wieder einmal vorbei. Mit einem traurigen Auge aber Vorfreude auf das Utopie-Seminar im April traten wir den Weg in unsere eigenen Provinzen nach Thüringen an.

Franz Ellenberger

Franz Ellenberger

FSJ-Politik

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