„Wer schon einmal in Buchenwald oder Mittelbau-Dora war, wer die Bilder der Massentötung und menschlichen Elends gesehen hat, der hat das Grauen der Nationalsozialisten spüren können. In ganz Europa starben bis 1945 tausende Menschen in ihren Vernichtungslagern. Und deshalb ist es richtig, über diese Zeit als die dunkelste der Moderne zu sprechen. Unter den Tätern waren quer durch die Gesellschaft alle Bevölkerungsteile vertreten. Ihre Taten scheinen heute unglaublich und doch sind sie brutale Fakten unserer Geschichte. Aus Respekt gegenüber ihren Opfern und in Verantwortung für die kommenden Generationen dürfen wir das niemals vergessen. Es ist unser historisches Erbe und unsere Verpflichtung an das Grauen des Nationalsozialismus und all der Opfer respektvoll und mit Würde zu erinnern.“ Das erklärt Matthias Hey, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Thüringer Landtag, anlässlich des heutigen Gedenktages an die Opfer des Nationalsozialismus.

„Mit Blick auf die jüngste unsägliche Debatte um Kehrtwenden unserer Erinnerungskultur zollen wir dem Landtagspräsidenten Christian Carius ausdrücklich unseren höchsten Respekt zu seinem Vorgehen am Rande der heutigen Gedenkveranstaltung im Landtag“, betont Hey. „Er hat hier absolut richtig gehandelt.“

Hey meint abschließend: „Der heutige Tag ist nicht nur eine Warnung, sondern vor allem auch ein Appell an alle, ihren Mitmenschen mit Respekt und Verständnis zu begegnen. 2014 sagte Pavel Kohn, ein Überlebender der Konzentrationslager, im Thüringer Landtag: ‚Liebe und Verständnis sollen das Größte sein, wonach der Mensch strebt‘. Das bedeutet für mich, dass es nicht darum gehen darf, wer mit wem zusammenlebt und wie viele der einen oder anderen Religion, Hautfarbe oder welchen Geschlechts. Es muss darum gehen, wie wir zusammenleben. Und ich meine, unsere freiheitliche Demokratie gibt die richtigen Maßgaben dafür: Freiheit, Gerechtigkeit, Achtung der Würde jedes einzelnen Menschen.“

Elisabeth Kaiser
Pressesprecherin