Am 8. März ist Internationaler Frauentag – ein Anlass, um auf die nach wie vor bestehende Ungleichheit von Frauen und Männern aufmerksam zu machen. In diesem Jahr aber auch Anlass, um an 100 Jahre Frauenwahlrecht zu erinnern. Im November 1918 erhielten Frauen in Deutschland das aktive und passive Wahlrecht.

Dazu die gleichstellungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Diana Lehmann: „Die Einführung des Frauenwahlrechts war ein fundamentaler demokratischer Fortschritt. Dass es heute, 100 Jahre später selbstverständlich ist, dass Frauen wählen dürfen, ist ein Erfolg, für den viele Generationen lang und hart gekämpft haben.“ Dennoch ist der Status quo aus frauenpolitischer Sicht nach wie vor nicht zufriedenstellend. „Schlechtere Bezahlung, Diskriminierung am Arbeitsplatz, sexuelle Belästigung und häusliche Gewalt sind immer noch mehr als genug Gründe, um weiter für die Gleichstellung von Mann und Frau zu kämpfen.“

Besonders groß sind die Unterschiede nach wie vor bei den Löhnen. „Es kann nicht sein, dass Frauen 77 Tage im Jahr umsonst arbeiten. Die Lohnlücke muss geschlossen werden. Zwar steigen die beruflichen Chancen von Frauen kontinuierlich, die Lohnunterschiede werden mit steigenden Einkommen gleichzeitig aber immer größer. Frauen haben damit nach wie vor nicht die gleichen Möglichkeiten am Arbeitsmarkt, wie ihre männlichen Kollegen. Das werden wir nicht hinnehmen“, so Diana Lehmann.

Hintergrund:
Die sogenannten Suffragetten – so wurden die Aktivistinnen der Frauenbewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts genannt – waren es, die im Kampf um die Gleichberechtigung von Mann und Frau einen Durchbruch erzielten. Von Großbritannien ausgehend verbreitete sich das Frauenwahlrecht auf dem europäischen Kontinent, in Deutschland wurde es im November 1918 eingeführt. Die Einführung eines internationalen Frauentages schlug die deutsche Sozialistin Clara Zetkin auf der Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz am 27. August 1910 in Kopenhagen vor.

 

Stefanie Gerressen
Pressesprecherin