„Dass nur drei neue Gemeinschaftsschulen im neuen Schuljahr an den Start gehen, zeigt ein weiteres Mal, mit wie wenig Engagement sich das Bildungsministerium dem Ausbau des längeren gemeinsamen Lernens in Thüringen widmet“, erklärt Dr. Thomas Hartung, der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. „Die Leistungsbilanz des Ministeriums in diesem zentralen Bereich der Schulentwicklung ist noch immer unbefriedigend.“ Während das Bildungsministerium unter SPD-Ägide in der vergangenen Legislaturperiode 46 Gemeinschaftsschulen auf den Weg gebracht habe, seien seit Regierungsantritt der rot-rot-grünen Koalition gerade einmal 22 neue Gemeinschaftsschulen zu verzeichnen. „Damit sind wir weit von dem entfernt, was wir gemeinsam im Koalitionsvertrag vereinbart haben: den weiteren flächendeckenden Ausbau der Gemeinschaftsschule“, kritisiert der Sozialdemokrat. „Mit dem derzeitigen Tempo erreichen wir auch die vom Bildungsministerium selbst gesetzte Zielmarke von 100 Gemeinschaftsschulen bis 2019 nie und nimmer.“

Für die SPD sei der flächendeckende Ausbau der Gemeinschaftsschule ein zentrales bildungspolitisches Anliegen. Deshalb poche sie auf die Einhaltung der im Koalitionsvertrag getroffenen Vereinbarungen. „Ich erwarte vom Bildungsministerium erheblich mehr Engagement beim längeren gemeinsamen Lernen“, sagt Dr. Hartung. „Minister Holter soll daher der Koalition in den nächsten Wochen einen detaillierten Plan vorlegen, wie der Koalitionsvertrag an dieser Stelle bis Ende der Legislaturperiode umgesetzt wird.“ Die Inaktivität des Bildungsministeriums sei für ihn auch deshalb unverständlich, weil die Gemeinschaftsschule beste Voraussetzungen dafür biete, die bestehenden Schulstrukturen effizient weiterzuentwickeln. „Die Gemeinschaftsschule hat sich in den letzten Jahren als ebenso leistungsstarke wie sozial gerechte Schulart etabliert“, sagt der Bildungspolitiker. „Gerade im ländlichen Raum ermöglicht es die Gemeinschaftsschule, sämtliche Bildungsabschlüsse anzubieten und gleichzeitig das vorhandene Lehrerpersonal effizient einzusetzen.“ Die SPD setze daher auf die Bildung von Sprengelschulen und von Gemeinschaftsschulen, wenn es darum gehe, kleine Schulstandorte zu erhalten und weiterzuentwickeln.

Stefanie Gerressen
Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit