Mit der Verabschiedung des Antrags „Antisemitismus konsequent bekämpfen“ wurde im Thüringer Landtag am Freitag ein Zeichen gegen Antisemitismus und für eine offene und vielfältige Gesellschaft gesetzt. Damit bewiesen die Parlamentarierinnen und Parlamentarier nach Aussage der SPD- Landtagsabgeordneten Diana Lehmann eine klare Haltung über die Parteigrenzen hinweg.

 

„Trotz aller Unterschiede zeigen wir damit eines: Wird die Grundprinzipien unserer Demokratie in Frage gestellt, dann stehen wir zusammen für das, wofür auch dieses Parlament steht. Eine offene und vielfältige Gesellschaft und ein Zusammenleben, das von gegenseitigem Respekt und Toleranz geprägt ist“, erklärt Lehmann.

 

Neben einer klaren Positionierung enthält der Antrag entsprechende Maßnahmen um jüdisches Leben in Thüringen zu stärken und wirksam gegen Antisemitismus vorzugehen. „Wir wollen jüdisches Leben und jüdische Kultur in unserer Gesellschaft fördern und unterstützen. Dafür tragen wir genauso Verantwortung, wie für eine Auseinandersetzung mit Antisemitismus in Bildungsangeboten und Schule sowie die Unterstützung der Erinnerungskultur.“

 

Dem Antrag ging eine breite Debatte zu Antisemitismus in Deutschland und in Thüringen voraus. Laut Thüringenmonitor sind antisemitische Einstellungen in der Thüringer Bevölkerung weit verbreitet. So stimmten 14 Prozent folgender Aussage zu: „Die Juden haben einfach etwas Besonderes und Eigentümliches an sich und passen nicht so recht zu uns.“ Bekanntgewordene Angriffe auf Jüdinnen und Juden in Deutschland und Thüringen, sowie neue Erscheinungsformen des Antisemitismus, wie dem israelbezogenen Antisemitismus, führten zu einer breiten Debatte auch innerhalb des Parlaments.

 

Stefanie Gerressen
Pressesprecherin