Die in Thüringen immer wieder entstehenden Engpässe bei Medikamenten und Impfstoffen sei vor allem auf eine künstliche Verknappung auf dem Medikamentenmarkt durch die Pharmafirmen selbst zurückzuführen, sagt Dr. Thomas Hartung, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Thüringer Landtag. In den vergangenen Jahren hätten sich durch dieses Manöver die Preise verdreifacht, mitunter sogar verfünffacht. „Es ist sehr ärgerlich, dass die Produkt- und Preispolitik von Pharmafirmen für eine Knappheit bestimmter Mittel sorgt und somit die Versorgung besonders in den Kliniken immer wieder erschwert wird “, so Hartung. „Deshalb gilt unser Dank den Apotheken im Freistaat, die unter größter Anstrengung immer wieder dafür sorgen, eine fachgerechte Versorgung zu ermöglichen.“

Laut des Thüringer Apothekerverbandes käme es oft zu Liefer- aber keinen Versorgungsengpässen. Oft greife man auf Ausweichpräparate zurück. Auch der Dauerkonflikt zwischen Pharmaverband und Krankenkassen sowie die Abhängigkeit zu Produzenten im Ausland  trage zu Preiserhöhungen und Verzögerungen in der Herstellung bei.

Hintergrund:
Lieferengpässe bei Arzneimitteln haben vielfältige Gründe, zum Beispiel die Auslagerung der Wirkstoff- und Arzneimittelproduktion in außereuropäische Staaten bei gleichzeitiger Schließung der europäischen Standorte, die Abhängigkeit von wenigen Wirkstofflieferanten und unvorhersehbare Ereignisse während der Produktion, die in Qualitätsmängeln resultieren, führen zu längeren Lieferwegen und Abhängigkeiten von Entscheidungen Dritter. Auch Im- und Exporte von Arzneimitteln zum Zwecke der Gewinnmaximierung können Lieferschwierigkeiten verschärfen.

 

Stefanie Gerressen
Pressesprecherin