Dr. Hartung zur geplanten Reform der Notfallversorgung:

von 22 Jul 20192019, Abgeordnete, Pressemitteilung, Thomas Hartung0 Kommentare

Gut laufende Strukturen dürfen nicht zerschlagen werden!

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat eine umfassende, sogar das Grundgesetz betreffende Reform der Notfallversorgung angekündigt. Zwar sei der Plan, Notaufnahmen zu entlasten gut, doch die von Spahn angestrebte Reform sieht der Gesundheitspolitiker der SPD-Fraktion im Thüringer Landtag und praktizierende Notfallarzt, Dr. Thomas Hartung kritisch:

 

„Jens Spahn muss eine Regelung finden, die das geltende Recht nicht torpediert und die Zuständigkeit über die Notfallversorgung bei den Ländern lässt. Denn so, wie es aktuell aussieht, würde er diese beim Bund verankern. Das würde bereits bestehende und gut laufende Strukturen, wie wir sie hier in Thüringen erarbeitet haben, komplett zerschlagen.“

 

Der Freistaat ist bereits auf einem guten Weg, eine einheitliche Regelung für Leitstellen zu haben. Die vom Bundesgesundheitsminister vorgeschlagene Zusammenlegung von Rettungsdienstnummern wie der 112 und 116 117 für Termine bei niedergelassenen Ärzten würde nur eine Umschichtung der Problematik bedeuten, so Hartung.

 

„Das Problem ist doch, dass viel zu oft Menschen in den Notaufnahmen landen, die kein akuter Notfall sind. Das lösen wir aber nicht, in dem wir die Menschen von einer Notfallstruktur in die nächste schieben. Wie hier eine konkrete Lösung aussieht, kann ich der Reform von Spahn nicht entnehmen. Vielleicht wäre eine Abrechnung einer Art ‚Notfallgebühr‘ die bessere Wahl. So könnte der Arzt nach der Untersuchung einen Vermerk für die Krankenkasse machen, ob es sich um einen Notfall gehandelt hat oder nicht“, sagt Dr. Hartung.

 

Bianca Wiedemann
Stellvertretende Pressesprecherin

Dr. Thomas Hartung

Dr. Thomas Hartung

Sprecher für Gesundheit, Migration, Kultur und Bildung

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