Die SPD-Fraktion des Thüringer Landtags trauert um Kurt Pappenheim

14 Sep 2018

Mit Kurt Pappenheim hat uns im 92. Lebensjahr ein Buchenwald-Überlebender und wichtiger Thüringer Zeitzeuge der NS-Diktatur verlassen. Kurt Pappenheims Vater, ein SPD-Landtagsabgeordneter, wurde schon kurz nach der Machtergreifung der Nazis verhaftet und bereits 1934 als Sozialdemokrat, Jude und Antifaschist ermordet.

Mit drei Geschwistern wuchs Kurt Pappenheim in Schmalkalden auf. Auf Geheiß der Mutter verweigerten die Kinder der Diktatur die Gefolgschaft und auch den Hitlergruß. Als 17-Jähriger wurde Kurt Pappenheim 1944 zur Zwangsarbeit verschleppt und überlebte dank seiner großen Willensstärke und – wie er selbst immer betonte – der Solidarität von Mitgefangenen die Lagerhaft. 1945 kehrte er nach Schmalkalden zurück.

Seine Mitgliedschaft in der SED und die Tätigkeit als Lehrer und Schulleiter hielten ihn nicht davon ab, zeitlebens auch in der DDR an den Anteil von Sozialdemokraten am antifaschistischen Widerstand zu erinnern, ebenso wie an vertriebene jüdische Familien in Schmalkalden, denen er in einer 1999 erschienen Lokal-Chronik ein beachtetes Denkmal setzte. Bis zuletzt lagen ihm besonders die Gespräche mit Schulklassen am Herzen, bei denen er eindrücklich dafür geworben hat, die Demokratie zu verteidigen und immer eigenständig und sorgsam alle Quellen unserer Geschichte zu bewahren und zu bewerten.

Er wird uns fehlen und wir werden sein Vermächtnis sorgfältig bewahren.

Matthias Hey

Matthias Hey

Fraktionsvorsitzender

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