Deutsche Einheit bleibt politische Aufgabe

2 Okt 2018

Zum Tag der Deutschen Einheit äußert sich der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Thüringer Landtag Matthias Hey:

„Der Tag der deutschen Einheit am 3. Oktober ist ein Feiertag – aber den Grund zum Feiern müssen wir für viele noch immer liefern.

 

Dem Einheitsbericht der Bundesregierung zufolge werden die Zustände im Osten im Jahr 2045 auf dem Niveau von 2000 sein, was wirtschaftliche und soziale Verhältnisse betrifft. Auch heute, fast drei Dekaden nach der Wende, gibt es noch immer Menschen im Osten, die benachteiligt sind. Sie bekommen weniger Rente, arbeiten länger und verdienen weniger. Über die Hälfte der in der DDR geschiedenen Frauen lebt heute in Altersarmut. An einer Lösung dafür arbeiten wir gerade auf Landesebene. Aber das Bewusstsein dafür, und für die Ungleichheiten, die im Osten teilweise noch vorherrschen, muss auch im Westen geschaffen werden.

 

Nichtsdestotrotz haben wir durch die Wende gewonnen. Nicht ohne Grund standen DDR-Bürgerinnen und -Bürger auf der Straße und haben für ihre Freiheit demonstriert. Doch die bestehende Ungleichheit muss weiter aufgearbeitet werden, dies muss ein vordringlicher politischer Auftrag sein.

 

Anfang der 90er Jahre mag man vielleicht noch von der Dynamik der Wende überwältigt gewesen sein. Dass unterschiedliche Versorgungssysteme immer noch ausgeglichen werden müssen, das darf bald 30 Jahre nach der Wende kein Zustand mehr sein.

 

Erst wenn Ost wie West gleiche Chancen und gleiche Voraussetzungen haben, ist die Himmelsrichtung keine Zustandsbeschreibung mehr, sondern einfach nur ein Hinweis, aus welcher Ecke man kommt.“

 

Stefanie Gerressen
Pressesprecherin

Matthias Hey

Matthias Hey

Fraktionsvorsitzender

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