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SPD-Abgeordnete: Kein weiterer Abbau zwischen Himmelsberg und Mühlberg - Ränkespiele der Wirtschaft nicht zu Lasten dieser Landschaft!

Fraktionsmitglieder
  • Eleonore Mühlbauer
  • Dagmar Becker
  • Frank Warnecke
  • Oskar Helmerich


Zum Abschluss der Sommertour des Arbeitskreises Landwirtschaft, Wirtschaft, Infrastruktur, Energie und Umwelt der SPD-Landtagsfraktion im Thüringer Landtag waren die Abgeordneten Dagmar Becker, Eleonore Mühlbauer, Oskar Helmerich und Frank Warnecke im Landkreis Nordhausen unterwegs.

Schwerpunkt der Bereisung war das FFH Gebiet Kammerforst-Himmelsberg-Mühlberg, das im Zentrum der länderübergreifenden Gipskarstlandschaft liegt. Dort befindet sich auch die Gipskarsthöhle „Kelle“, die nicht nur Anwohner, sondern auch jedes Jahr viele Touristen begeistert. Auch die SPD-Abgeordneten besuchten diese auf der Sommertour und lernten so die Faszination dieser einmaligen Höhle kennen, die bereits vor über 400 Jahren in der Literatur des Südharzes erwähnt wurde. In diesem Zusammenhang wurde deutlich, welche Naturschätze die Gipskarstlandschaft in sich birgt.
Auch wissenschaftlich ist die Landschaft noch nicht ausreichend untersucht. So geben die Wasserwege im Gipskarst noch immer Rätsel auf und es wäre, so die einhellige Meinung aller Abgeordneten, eine Tragödie, würde diese Landschaft ihrer Naturreichtümer beraubt.
Einig waren sich die Fraktionäre darin, dass eine Ausdehnung des Gipsabbaus über das Bergwerksfeld Rüsselsee hinaus sowie eine Neuverritzung ein naturschutzpolitisches und fachliches Desaster wäre.
Der Höhenzug würde seiner visuell noch wahrnehmbaren landschaftlichen Einheit beraubt, die große Vielfalt der Karstphänomene auf kleinstem Raum würde zerstört.

Dagmar Becker, umweltpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, verwies wiederholt darauf, „dass sowohl am Kohnstein, an der Hohen Schleife, aber auch hinter den Ellricher Klippen bereits genehmigte Rohstofflagerstätten für die Gipsindustrie zur Verfügung stehen. Der nunmehr anvisierte Abbau zwischen Himmelsberg und Mühlberg, wäre eine neue Dimension an Zugeständnissen, die in der Form dem Naturschutz keinerlei Rechnung trägt!“

Man muss kein Experte sein um zu erkennen, dass der Artenreichtum unmittelbar mit der großen Verkarstungsintensität und den sich daraus ergebenden unterschiedlichen Biotoptypen verbunden ist. So beherbergt der Himmelsberg arktisch alpine Flora und Fauna mit hohen Standortansprüchen und bietet Lebensräume, die nur von speziell angepassten Arten besiedelt werden können.
Erschwerend kommt hinzu, dass der Tagebau Rüsselsee und die Renaturierungsbemühungen schlicht ins Leere laufen, würde man versuchen wollen, diese Landschaft später wieder herzustellen.

Vincent Ackermann
Referent für Presse-, Öffentlichkeitsarbeit und Neue Medien