Pressemitteilungen

Reinholz’ Haltung ist nicht zeitgemäß

Eleonore Mühlbauer

Eleonore Mühlbauer

Details

„Die Aussagen von Minister Reinholz bezüglich neuer Anlagen zur Massentierhaltung machen deutlich, dass er allein in der Dimension von Profit denkt“, kritisiert Eleonore Mühlbauer, die agrarpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion. „Das hat nichts mit nachhaltiger Landwirtschaft zum Wohle der Erzeuger, Verbraucher und Tiere zu tun.“ Mühlbauer reagiert damit auf Aussagen, mit denen der Minister in einem Interview und einem Bericht der Thüringer Allgemeinen zitiert wurde.

„Nachdem in den letzten Jahren ein Lebensmittelskandal auf den anderen folgte und nun auch die negativen Folgen des massenhaften Einsatzes von Antibiotika in der Tierhaltung in der Öffentlichkeit bekannt werden, sollte der Minister darauf hinarbeiten, den ökologischen nachhaltigen Landbau und nicht die Massentierhaltung zu fördern“, meint die Landtagsabgeordnete.

Empfehlungen nationaler und internationaler Experten und die Konsumwünsche der Verbraucher gingen weg von der Massen- oder Intensivtierhaltung und hin zu mehr ökologischer nachhaltiger Landwirtschaft.

Außerdem gelte es eben nicht, den Markt mit billig produziertem Fleisch zu fluten, um die angeblichen Konsumwünsche der Verbraucher zu erfüllen. Reinholz’ Aussage, ein gesellschaftliches Umdenken im Bereich des Fleischkonsums anzuregen, sei nicht möglich – offenbare ein Verkennen der Zusammenhänge. „Es geht darum, bei den Menschen das Bewusstsein für eine gesunde und ausgewogene Ernährung und einen gesunden Lebensstil zu stärken“, so Mühlbauer. Bei den Verbrauchern habe es in den letzten Jahren hier bereits ein Umdenken gegeben.

Auch die EU gehe diesen Weg. In der neuen Förderperiode werde auf ökologisch nachhaltige Landwirtschaft Wert gelegt und diese verstärkt gefördert. „Das brauchen wir auch in Thüringen. Anlagen mit zehntausenden von Tieren sollten deshalb nicht mehr genehmigt werden, da die Auswirkungen für die Tiere, den Boden und das Grundwasser nicht vertretbar sind“, erklärt die Agrarpolitikerin. „Wo zehntausende Tiere gemästet werden, um in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Fleisch anzusetzen, fallen Millionen Tonnen von Ausscheidungen an und es werden Millionen Liter Wasser verbraucht. Auch Medikamente wie Antibiotika, die den Tieren zur Vorbeugung gegeben werden, gelangen mit den Ausscheidungen in den Boden und ins Grundwasser. Es muss unser Ziel sein, dies in Zukunft zu vermindern. Zum Wohle von Mensch, Tier und Umwelt“, so Mühlbauer.

David Ortmann
Mitarbeiter in der Pressestelle