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Mühlbauer zur Imagekampagne für Massentierhaltung: Minister Reinholz hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt
Enttäuscht zeigt sich Eleonore Mühlbauer, agrarpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, von der geplanten Imagekampagne des Landwirtschaftsministeriums für die Massentierhaltung im Freistaat. „Für die Massentierhaltung zu werben ist Ausdruck einer rückwärtsgewandten Landwirtschaftspolitik“, so Mühlbauer. Bei der Fleischproduktion und Tierhaltung gelte für Minister Reinholz offenbar immer noch das Motto „Mehr Masse statt Klasse“.
Dabei sei der Ausbau der Intensivtierhaltung für Mühlbauer ganz klar ein Relikt aus vergangenen Tagen, was nicht zuletzt auch die Umsteuerung der Förderpolitik der EU zeige, die inzwischen verstärkt auf ökologische Tierhaltung setze. „In Deutschland wird bereits jetzt insgesamt mehr Schweinefleisch produziert, als nachgefragt wird“, erklärt die Abgeordnete. Wer jetzt weiterhin auf eine nicht artgerechte Intensivtierhaltung setze, sorge dafür, dass sich die Preisspirale weiter nach unten dreht. „Wir brauchen kein Fleisch zu Dumpingpreisen, sondern gesundes und unbelastetes Fleisch aus artgerechter Tierhaltung, das zu angemessenen Preisen verkauft wird“, fordert die Agrarpolitikerin. Nicht zuletzt belaste die Massentierhaltung nicht nur die Gesundheit von Tier und Mensch, sondern auch die Böden und die Umwelt enorm.
„Bisher dachte ich, wir wären im Freistaat bei der Landwirtschaftspolitik auf einem guten Weg. Beispielsweise die Null-Toleranz-Regelung beim Einsatz von Gentechnik war ein gutes und bundesweit wegweisendes Beispiel dafür. Nun sehe ich mich leider gezwungen, die vom Landwirtschaftsministerium betriebene Politik ernsthaft in Frage zu stellen“, zeigt sich Mühlbauer enttäuscht. Zudem hätte sie sich in dieser Frage eine Abstimmung mit dem Koalitionspartner gewünscht. „Ich habe von der Imagekampagne erst aus der Zeitung erfahren“, sagt die SPD-Politikerin.
Stefan Schimming
Pressereferent
