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Marion Rosin: Hitlers „Mein Kampf“ wird als Dokument der Zeitgeschichte Thema an Thüringer Schulen sein

Marion Rosin

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Marion Rosin, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, befürwortet die Verwendung der editierten Ausgabe von Hitlers „Mein Kampf“ im Schulunterricht und begrüßt, dass auch Kulturminister Prof. Benjamin-Immanuel Hoff ihre Auffassung teilt und seine Argumentation dazu eindrücklich in einem Blogbeitrag auf der Online-Plattform „derFreitag“ darlegt.
„Wir sollten offen mit dem Thema umgehen. Um unsere Lehrerinnen und Lehrer damit nicht allein zu lassen, sollten Fortbildungs- und Beratungsangebote in der Landeszentrale für politische Bildung und im Thüringer Instituts für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (Thillm) bereitgestellt werden“, schlägt Marion Rosin vor und erläutert:

„Schon jetzt ist die kommentierte Ausgabe des Buches Thema in den Medien und wird bei dessen Erscheinen auch auf den Schulhöfen Gesprächsstoff sein. Es liegt auf der Hand, dass sich auch die Thüringer Lehrerinnen und Lehrer im Unterricht mit dieser rassistischen Programmschrift und dem ‚programmatischen Gründungsdokument‘ des Dritten Reichs befassen werden und müssen. Schule ist kein abgeschlossener Raum und Teile des Buches sind ohnehin bereits im Internet zugänglich – ohne Kommentierung. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir offen mit den Heranwachsenden über das Buch sprechen und sie im Umgang mit dieser Lektüre begleiten, um ihr dadurch die Aura des Geheimnisvollen und Verbotenen zu nehmen. Aufklärung statt Mystifizierung muss hier Handlungsmaxime sein.
Die aktuelle Debatte um „Mein Kampf“ sollte Anlass geben, historisches Wissen zu vermitteln und die Entstehung des Buches in den politischen Kontext des 20. Jahrhunderts zu stellen. Die Schülerinnen und Schüler müssen doch erklärt bekommen, warum „Mein Kampf“ jahrzehntelang nicht erscheinen konnte. Nur über eine umfassende historisch-politische Aufklärung können sie die ideologischen Wurzeln rechtpopulistischer Bewegungen nachvollziehen und aktuelle politische Entwicklungen einordnen. So besteht auch die Chance, dass Heranwachsende rechtspopulistische Äußerungen und rassistische Hetze im Netz besser reflektieren und als solche auch bewerten können“, so die Abgeordnete Marion Rosin, die zuvor ebenfalls als Lehrerin tätig war.

Elisabeth Lier
Pressesprecherin