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Christoph Matschie: Unterrichtsgarantie reicht nicht aus

Christoph Matschie

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„Der Kampf gegen den Unterrichtsausfall ist die zentrale bildungspolitische Herausforderung im kommenden Schuljahr“, erklärt Christoph Matschie, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. „Ich erwarte daher, dass der neue Bildungsminister dieses Thema zur Chefsache macht und energisch an Lösungen arbeitet.“ Mit dem bloßen Versprechen einer „Unterrichtsgarantie“ sei den Thüringer Schulen jedenfalls noch nicht geholfen. In den letzten beiden Jahren sei die Zahl ausgefallener Schulstunden kontinuierlich angestiegen und auch für das neue Schuljahr sei noch keine Besserung in Sicht. „Die Landesregierung tut daher gut daran, die Mahnungen der Lehrergewerkschaften sehr ernst zu nehmen“, sagt der Sozialdemokrat. „Was der Thüringer Lehrerverband über die Personalsituation an den Schulen berichtet, deckt sich mit dem, was ich in den vergangenen Monaten bei einer Vielzahl von Gesprächen mit Schulleitungen, Lehrern und Eltern erfahren habe.“

Helmut Holters Forderung nach einer weiteren Aufstockung der Vertretungsreserve und der Einführung eines Schulbudgets, mit dessen Hilfe vor Ort rasch auf kurzfristig eintretenden krankheitsbedingten Personalausfall reagiert werden könne, sei auf jeden Fall richtig, so Matschie. „Wir brauchen aber auch tiefergehende und nachhaltige Veränderungen, um dem Unterrichtsausfall langfristig begegnen zu können“, sagt der Bildungspolitiker. Das Land müsse zum einen seine Ausbildungskapazitäten an den Studienseminaren erhöhen, um mehr Lehramtsstudierenden ein Referendariat anbieten zu können. Zum anderen müsse das Einstellungsverfahren für Nachwuchspädagogen deutlich gestrafft werden. „Wenn es stimmt, dass, wie der TLV behauptet, in Thüringen mehrere Hundert Lehrerstellen noch nicht besetzt sind, weil noch immer die Einstellungsverfahren fürs neue Schuljahr laufen, während in anderen Bundesländern die Bewerberinnen und Bewerber schon längst Einstellungszusagen in der Tasche haben, wäre das ein Alarmsignal“, erklärt Matschie.

Notwendig sei es zudem, den Schulen mehr Kompetenzen bei der Personalauswahl zu geben, damit sie bessere Möglichkeiten haben, zu ihrem jeweiligen Schulprofil passende Lehrerinnen und Lehrer zu bekommen. Auch um Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger müsse sich das Land deutlich stärker als bislang bemühen. Und nicht zuletzt gelte es, das vorhandene Lehrerpersonal effizienter einzusetzen als bisher. „Unsere Vorschläge zur Effizienzsteigerung liegen auf den Tisch“, sagt der SPD-Bildungsexperte. „Wir wollen, dass Grundschulen die Möglichkeiten des jahrgangsübergreifenden Unterrichts weit stärker nutzen als bislang, und wir wollen, dass sich kleine Schulstandorte zu Sprengelschulen zusammenschließen können. Beides ist pädagogisch sinnvoll und führt an den Schulen zu einer deutlich entspannteren Personalsituation.“

Stefanie Gerressen
Stellvertretende Pressesprecherin