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Stadtroda: Fachklinikum für die Zukunft gut gerüstet

SPD-Landespolitiker sehen das Fachklinikum Stadtroda für die Zukunft gut gerüstet. Das erklärte der gesundheitspolitische Sprecher, Dr. Thomas Hartung, bei einem Besuch der Einrichtung: „In dem Klinikum, in dem sich auch eine kinder- und jugendpsychiatrische Abteilung und ein moderner Maßregelvollzug befinden, sind in den vergangenen Jahrzehnten arbeitsfähige Strukturen entstanden.“

Bei der gestrigen Besichtigung der Einrichtung, an der auch Thüringens Sozialministerin Heike Taubert teilnahm, sei aber auch deutlich geworden, dass diese auf die Zukunft ausgerichteten Strukturen nicht durch vermeintlichen Kostendruck eingedampft werden dürften.

„Es muss weiter daran gearbeitet werden, ambulante, teilstationäre und stationäre Behandlungskonzepte passend aufeinander abzustimmen, um jedem Patienten die Behandlung zuteil werden zu lassen, die in der jeweiligen Phase der Krankheit notwendig ist“, stellte Hartung klar. Deshalb dürften die Fehler, die bei der Umstellung des Vergütungssystems medizinischer Leistungen im klinischen Bereich gemacht worden seien, bei der anstehenden Umstellung der Vergütung im psychiatrischen Bereich nicht wiederholt werden.

In der Fachklinik sind 710 Mitarbeitende beschäftigt. Insgesamt zählt die sieben Abteilungen umfassende medizinische Einrichtung 435 Betten. Im vergangenen Jahr wurden laut Klinikleitung 15.030 Patienten betreut.

Neben der Besichtigung des Komplexes legten die Mitglieder des Arbeitskreises Soziales der SPD-Landtagsfraktion auch einen Kranz am Mahnmal für die Menschen nieder, die in den Jahren 1941 bis 1945 im Klinikum Stadtroda Opfer der Euthanasie der Nationalsozialisten wurden. Dazu erklärte die behindertenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Dagmar Künast: „Wir dürfen trotz der positiven Entwicklung, die dieses Klinikum seit der Wende bis heute genommen hat, nicht die Zeiten vergessen, in denen Menschen, die psychisch krank oder ‚anders’ waren nicht wie heute behandelt, sondern stattdessen weggesperrt, gequält oder gar ermordet wurden.“

Bereits im Jahr 1848 als „Genesungshaus zu Roda“ gegründet, übernahm die Asklepios Kliniken GmbH im Januar 2002 die Trägerschaft des ehemaligen Landesfachkrankenhauses. Das Fachklinikum betreibt neben den fünf Kliniken am Stadtrodaer Standort mittlerweile auch eine Tagesklinik in Gera, eine Tagesklinik in Stadtroda und Pößneck sowie Medizinische Versorgungszentren mit Psychiatrischer Institutsambulanz in Pößneck, Greiz und Gera.